Mandoline stimmen: So geht's
Standardstimmung der Mandoline (G-D-A-E)
Die Mandoline wird in G-D-A-E gestimmt, genau wie eine Geige. Statt einzelner Saiten hat sie aber 4 Saitenpaare, sogenannte Chöre. Von tief nach hoch: G3 (196 Hz), D4 (293,66 Hz), A4 (440 Hz), E5 (659,25 Hz). Beide Saiten eines Chors klingen auf derselben Tonhöhe. So entsteht der helle, lang klingende Ton, für den die Mandoline bekannt ist.
Stimmungen der Mandolinenfamilie
| Instrument | Stimmung (tief nach hoch) | Hinweise |
|---|---|---|
| Mandoline | G-D-A-E | Standard, wie bei der Geige |
| Mandola | C-G-D-A | Eine Quinte tiefer als die Mandoline |
| Oktavmandoline | G-D-A-E | Gleiche Töne, eine Oktave tiefer |
| Mandocello | C-G-D-A | Gestimmt wie ein Cello |
Tipps zum Mandoline stimmen
- Erst eine Saite pro Chor stimmen: Stimme eine Saite jedes Paares und gleiche dann die zweite an, bis beide sauber im Unisono klingen
- Mit der A-Saite beginnen: Nimm A440 als Referenz und stimme von dort D und G nach unten und E nach oben
- Auf Schwebungen achten: Sind die Saiten eines Chors leicht gegeneinander verstimmt, hörst du ein Wabern wie bei einem Chorus-Effekt. Stimme nach, bis der Ton ruhig steht
- Leichte Saitenstärken verwenden: Mandolinensaiten stehen unter hoher Spannung. Leichte Sätze (.010-.034) lassen sich einfacher stimmen
- Neue Saiten gründlich dehnen: Neue Mandolinensaiten brauchen 2 bis 3 Tage, bis sie sich gesetzt haben und die Tonhöhe halten
Was sind Chöre bei der Mandoline?
Mandolinen haben 8 Saiten, die in 4 Chören (Paaren) angeordnet sind. Jeder Chor wird auf einen Ton gestimmt, beide Saiten klingen im reinen Unisono. Die doppelten Saiten sorgen für mehr Lautstärke und einen natürlichen Chorus-Effekt, wenn sie sauber gestimmt sind. Gezählt wird vom höchsten Chor (1. Chor: E) bis zum tiefsten (4. Chor: G).
Alternative Stimmungen für die Mandoline
G-D-A-E ist fast überall Standard. Einige Bluegrass- und Old-Time-Musiker nutzen für bestimmte Tonarten aber die Cross-Stimmung (A-E-A-E) oder für modale Stücke Drop D (G-D-A-D). In der klassischen Mandolinenmusik wird immer die Standardstimmung verwendet. Musiker aus dem Irish-Folk- und Celtic-Bereich stimmen gelegentlich einen Halbton tiefer auf Fis-Cis-Gis-Dis (F#-C#-G#-D#), damit sie zu anderen Instrumenten in der Gruppe passen.
Häufige Probleme beim Mandoline stimmen
- Chöre klingen „wabernd“: Die Saiten eines Chors sind leicht gegeneinander verstimmt. Stimme jede Saite einzeln
- Der Ton wird nicht erreicht: Falsche Saitenstärke oder alte Saiten. Ersetze sie durch einen passenden leichten Satz
- Saiten reißen oft: Zu viel Spannung oder scharfe Kanten an Sattel oder Steg. Prüfe auf Grate und stimme langsam nach oben
- Hält die Stimmung nicht: Neue Saiten dehnen sich noch, oder die Mechaniken rutschen. Zieh die Mechaniken nach oder tausche sie aus
Mandoline und Gitarre im Vergleich
Die Mandoline ist durchgehend in Quinten gestimmt (G-D-A-E), die Gitarre überwiegend in Quarten. Die vier tiefen Gitarrensaiten E-A-D-G ergeben rückwärts gelesen genau die Tonnamen der Mandoline, nur in anderer Lage und mit anderen Intervallen dazwischen. Griffbilder von der Gitarre lassen sich deshalb nicht direkt übertragen. Wer Geige spielt, findet sich dagegen sofort zurecht, weil die Griffe auf dem Griffbrett die gleichen sind. Dazu kommen die doppelten Saiten, die das Spielgefühl deutlich von der Gitarre unterscheiden.